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Sannwald, 2004 Seit Mitte des 19. Jahrhunderts konnte die Basis einer Zahnprothese aus Kautschuk angefertigt werden. Im abgebildeten Artikulator aus dem Jahr 1909 ist Kautschuk als Grundlage für die Prothese verwendet. Mit der Entwicklung neuer Kunststoffe in den 1930er Jahren wurden Kautschukprothesen allmählich durch die heute üblichen Kunststoffprothesen ersetzt.

Benzing Zu Anfang des 19. Jahrhunderts bevorzugten immer mehr Mediziner Zahnschlüssel, wenn sie Backenzähne entfernen mussten. Bei der Anwendung im Unterkiefer wurde der Schlüsselbart möglichst tief am Zahn angesetzt, der Haken über diesen geschlagen und seine Spitze zwischen die Zahnwurzeln gedrückt. Während ein Finger der linken Hand das Instrument in dieser Position festhielt, platzierte der Arzt die Stütze so tief wie möglich auf der gegenüberliegenden Seite des Zahns. Mit seiner Rechten musste der Operateur dann so viel Kraft aufwenden, dass sich der Zahn bewegte. Indem er den Griff kräftig drehte, konnte fast jeder Zahn auf einen Zug gezogen werden. J.J.H. Bücking hätte das Instrument 1782 wegen seiner günstigen Kraftübertragung gerne allgemein empfohlen, wenn es nur nicht den gefassten Zahn fast unvermeidlich abknippe, oder abbrechen machte; die Kinnlade fast allemal gewiss eindrückte oder zerbräche, und das Zahnfleisch quetschte... Der abgebildete Zahnschlüssel ist 14 Zentimeter lang und stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Benzing Der Name Pelikan für dieses Instrument zum Zähneziehen klingt ja aufs erste Hören recht harmlos. Die Bezeichnung gebrauchte schon der Würzburger Wundarzt Johann Schenck 1481. Er und seine Kollegen bevorzugten dieses Hebelgerät, wenn sie Backenzähne ziehen mussten. Dabei ging allerdings - so die zweite Information aus der Zahnärztlichen Sammlung - mancher Nachbarzahn zu Bruch, auf dem die Wundärzte den bellican abstützen mussten: Das erste also ist, dass die Person sich auf ein Kissen an die Erde setzt, und der Zahnarzt sich hinter dieselbe, mit einer Serviette in der Hand, stellt, von deren einen Spitze er eine Art Kissen macht; das heißt, er faltet den Rand drei- bis viermal, indem er zugleich das Münzstück mit hineinwickelt... Gesetzt, man wollte den ersten kleinen Backenzahn dieses Kinnbackens ausziehen. In diesem Falle legt man das Kissen mit dem Münzstück, das man mit dem Zeige- und Mittelfinger der linken Hand hält, auf den Hundszahn; den Pelikan hält man mit dem anderen Ende der Serviette in der Rechten. Mit der Spitze des Ohren- und des Ringfingers derselben Hand hält man die Lippen ein wenig zurück und auseinander, und setzt den Haken hinter den Zahn. Hierauf bringt man das halbe Rad auf das Münzstück und hält es dem auszuziehenden Zahn so nahe als möglich; sodann stützt man es langsam auf den Stützpunkt, und zieht das Instrument so stark als der Widerstand es erfordert, den es übersteigen muss. (J.J. Serre, 1804). Das abgebildete Gerät ist 13,5 Zentimeter lang, hat einen Griff aus Horn und stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Benzing Behandlungsstuhl mit Spucknapf, um 1900.

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